Biografisches

Das Leben ist bunt.

Nach einer Kindheit als farbloser Junge in Schwerin brach ich 1983 nach Greifswald auf. Ich studierte Musik, deutsche Sprache und Literatur. Studieren kostet. Ich tat, was ich konnte. Lieder schreiben und sie vor anderen spielen. Das tat ich erfolgreich. Ich gewann einige Preise und Wettbewerbe und lebte 10 Jahre nur vom Liederschreiben und Singen. Es war schön, aufregend und sehr bunt.

Eine gemeine Entzündung der Stimmbänder legte den Schalter um. Anfangs unterrichtete ich Studenten. So ein Studienjahr ist ein Kreislauf. Sehr bald ein monotoner. Monotonie betäubt, macht träge und lähmt. Aus bunt wurde grau. 7 Jahre, gefühlt 70, lies ich mich rotieren. Unterrichten, Teste schreiben lassen und kontrollieren, Prüfungen erdenken und abnehmen, Versammlungen über sich ergehen lassen… In dieser Zeit schrieb ich weiter. Keine Lieder mehr. Nur noch Geschichten (vgl. Texte). Ich hielt mich daran fest, klammerte mich an die wenigen Momente des Schreibens. Sie waren mein Ballon, der mich gelegentlich aus der Monotonie hob.

Alles kommt aus dem Bauch. Bei mir zumindest. Und manche Erlebnisse verändern. Ich entdeckte den Schmuck, die Malerei, das Design. Ein Workshop. Eine Reise nach Paris. Das Pompidou. Versuch dich, versuch es. Ich tat es.

Nach all den Liedern und Geschichten, die nur für den Moment des Vortrags auf der Bühne oder dem Lesen von Jemanden wahrgenommen werden können, war es ein großartiges Gefühl, etwas im Kopf entsprungenes als Bild oder Schmuckstück materialisiert vor sich sehen zu können. Anfassbar für jeden, sichtbar, begreifbar. Mein Bauch, so oft der Monotonie überdrüssig und rebellierend, seufzte zufrieden, erleichtert. Das war es. Es nahm seinen Lauf. Mit Verbissenheit beschäftige ich mich seit dem mit Schmuck, Design, Malerei. Es wurde wieder bunt und wird jeden Tag bunter.